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Presseaussendung 09

Kulturbeirat regt Neunutzung des Ledererturms und verstärkte Kultur-Anreize für Bevölkerung an (4.6.2009)


Den Welser Kulturbeirat gibt es seit drei Jahren als Kollegium mit beratender Funktion. Er versteht sich als Plattform für einen ständigen Diskurs über die kulturelle Entwicklung der Stadt Wels und über Initiativen zu einer kontinuierlichen Weiterentwicklung und Anpassung an die Anforderungen einer zeitgemäßen Kulturpolitik. Dabei sollen alle Kulturinhalte, aber auch Bevölkerungsgruppen der Stadt Wels einbezogen werden. Eine wichtige Aufgabe in diesem Sinne ist daher die Abgabe von Empfehlungen für die Kulturpolitik der Stadt Wels. Dies geschieht laut Statuten ein Mal pro Jahr im Rahmen des Tätigkeitsberichtes an den für Kultur zuständigen Ausschuss des Gemeinderates.

Heuer spricht der Kulturbeirat unter dem Vorsitz von Landesmusikschuldirektor Kons. Walter Rescheneder folgende fünf Empfehlungen aus, die im Folgenden näher erläutert werden und die sich zum Großteil auf das Kulturentwicklungskonzept „Kultur ist hörbar – sichtbar – greifbar“ der Kommunikationswissenschaftlerinnen Eva Daxner und Verena Falkner stützen:

 

1. Bevölkerungsumfrage „Kultur bewegt BürgerInnen – BürgerInnen bewegen Kultur“


2. Monatliches Kulturmagazin an alle Haushalte


3. Internetauftritt – Verbesserung der Präsentation von Kultur in Wels


4. Kulturgutscheine als Geschenk für alle Neu- und JungbürgerInnen


5. Ledererturm – Revitalisierung und Nutzungskonzept für das Wahrzeichen der Stadt

 

Bevölkerungsumfrage


Um die kulturinteressierten WelserInnen mehr einzubeziehen und um spezifische Informatio-nen über ihre Wünsche zu erhalten, soll die Stadt Wels in Kooperation mit einem fachein-schlägigen Institut eine repräsentative Bevölkerungsbefragung durchführen. Unter dem Mot-to „Kultur bewegt BürgerInnen – BürgerInnen bewegen Kultur“ sollen dabei u.a. folgende Themenbereiche erhoben werden: Kulturnutzungs-Gewohnheiten (auch an Hand von sozio-demografischen Merkmalen), Mediennutzungs-Gewohnheiten bzw. kulturelle Informationsquellen, generelles Interesse an bzw. Bedürfnisse nach Kultur, Motive und Hindernisse für den Besuch von Kulturveranstaltungen sowie etwaige eigene kulturelle Betätigungen und die Zufriedenheit damit. In diesem Zusammenhang sollte auch eine bessere Kooperation mit dem Stadtmarketing angestrebt werden. Dieses sollte bei seinen regelmäßigen Erhebungen zum Image der Stadt und zum Handel auch Information zur Kultur miterheben und die Ergebnisse mit der Dienststelle Kulturaktivitäten des Magistrates austauschen.

 

Monatliches Kulturmagazin

 

Die regen kulturellen Aktivitäten in der Stadt sind nur dann effektiv, wenn die Botschaft zur Nutzung und Teilnahme auch tatsächlich alle erreichen kann. Diesen Zweck kann die seit Jänner 2007 in einer ungefähren Auflage von 7000 Stück erscheinende Monatsbroschüre „Wels Kultur“ zur Zeit nicht erfüllen, da sie nur an einen bestimmten VerteilerInnenkreis ver-sendet wird. Darüber hinaus stößt diese Info-Broschüre bereits in der gegenwärtigen Form (betreffend redaktionelle Betreuung, Pflege des VerteilerInnenkreises, Umfang/Inhalt) an die personellen und finanziellen Machbarkeitsgrenzen der Dienststelle Kulturaktivitäten. Ein konkreter Verbesserungsvorschlag wäre hier ein monatliches, per Post an jeden Haushalt der Stadt Wels versendetes Kulturmagazin, das auch regional oder überregional angefordert werden kann.

Dieses Magazin sollte auch weiterhin von der Stadt Wels betreut werden. Einfließen könnten redaktionelle Artikel zum kulturellen Geschehen in Wels und über die Stadtgrenzen hinaus, sozialkritische Beiträge, Interviews mit Kulturpolitikern etc. Ein eigener Bereich/Schwerpunkt könnte den kinder- und jugendkulturellen Angeboten zur Verfügung gestellt werden. In welcher Form dieses Magazin an alle WelserInnen gebracht werden soll (Beilage im Amtsblatt, Ausweitung des in das Amtsblatt integrierten Veranstaltungskalenders oder eigener Versand an alle Haushalte), wird dabei noch zu beraten sein.

 

Internetauftritt

 

Eng verschränkt sein soll dieses Printmedium mit der offiziellen Website der Stadt Wels, und zwar sowohl in optischer als auch in inhaltlicher Hinsicht. Zum Beispiel könnten ausgewählte Beiträge aus der Internet-Präsenz gleichzeitig im Print-Magazin erscheinen und umgekehrt. Dieses medienübergreifende Vorgehen würde die Wirkung auf potenzielle KulturnutzerInnen noch verstärken. Außerdem könnte das künftige Magazin (oder auch schon die derzeitige Monatsbroschüre) mit einem Symbol direkt auf der Startseite vertreten sein. Darüber hinaus gibt es noch einige Verbesserungsvorschläge betreffend die Website selbst: Neben einer häufigeren Wartung der kulturspezifischen Links sollten auf den Seiten der Abteilung für Kultur und Bildung bzw. deren Dienststellen die Informationen klarer strukturiert werden. Dazu ist anzumerken, dass zur Zeit ein groß angelegter Neustart (Relaunch) der Website in Arbeit ist, bei dem selbstverständlich auch die Kulturseiten mit berücksichtigt werden.

 

Kulturgutscheine

 

Kultureinrichtungen leben von ihren BesucherInnen. Ein regelmäßiges Werben von neuen KundInnen ist daher für sie (überlebens)wichtig. Zwei wichtige Personengruppen, bei denen die Stadt Wels hier ansetzen kann, sind einerseits neu zugezogene BürgerInnen und andererseits JungbürgerInnen. Erstere sollen künftig im Rahmen ihres Begrüßungsgeschenks u.a. nicht nur Gutscheine für einen freien Eintritt ins Welldorado oder die Eislaufhalle, sondern auch für den Besuch einer kulturellen Einrichtung oder Veranstaltung bekommen. Dadurch werden die neuen BürgerInnen auf das kulturelle Angebot der Stadt aufmerksam und durch diesen ersten Anreiz womöglich zum Besuch weiterer Veranstaltungen, Einrichtungen etc. motiviert. Zur gezielten kulturellen Bewusstseinsbildung schon in frühen Jahren sollen künftig auch alle jungen WelserInnen bei Erreichen der Volljährigkeit einen solchen Gut-schein bekommen. Hier könnte als erweiterte Form auch eine KulturCard verschenkt werden, mit der ihre InhaberInnen in ausgewählten Kultureinrichtungen der Stadt ständig Ermäßigungen (z. B. vergünstigter Eintrittspreis, zwei Karten zum Preis von einer) erhalten.

 

Ledererturm

 

Der 1326 erstmals urkundlich erwähnte Ledererturm ist weit über die Stadtgrenzen hinweg als das Wahrzeichen von Wels bekannt und bereits jetzt ein Fixpunkt bei den beliebten Stadt- und Nachtwächterführungen. Weitere Nutzungsmöglichkeiten wären z.B. Vernissagen („Turmgalerie“), Lesungen und Workshops („Leseturm“, „Kreativturm“) oder die Einbindung in kulturelle und/oder gesellschaftliche Veranstaltungen („Festivalturm“, „Gesellschaftsturm“).

 

Was geschieht nun?

 

Die fünf Vorschläge des Kulturbeirates wurden soeben dem zuständigen Kultur-, Schul- und Kindergartenausschuss vorgelegt. Bürgermeister Dr. Peter Koits und Kulturstadtrat Dr. Friedrich Ganzert sind von den interessanten Anregungen jedenfalls sehr angetan: „Wir wollen uns bei allen Mitgliedern des Beirates herzlich für das vorbildliche Wirken im Sinne der Kulturstadt Wels bedanken!“

Nähere Infos über den Kulturbeirat, dessen Aufgaben und Zusammensetzung gibt es unter www.kulturbeirat.at im Internet!

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